Südwest

Château d'Aydie

43 Aydie Obwohl ich wahrscheinlich einer der ersten in Österreich war, der bereits Ende der 80er Jahre Weine aus dem Südwesten Frankreichs importierte, sind diese Weine nach einigen Jahren wieder aus meinem Programm verschwunden. Ein Grund war vor allem die zu Beginn der 90er Jahre um sich greifende Übertechnisierung der Vinifikation mit der man gegen den großen Bruder Bordeaux ankämpfte. Der ­ im wahrsten Sinne des Wortes ­ Holzweg hat zwar kurzzeitig viel Eindruck gemacht, das wars aber auch schon. Mittlerweile haben viele Winzer die Stärken und Eigenheiten ihrer wichtigsten Rebsorte Tannat erkannt und konzentrieren sich wieder auf die Arbeit im Weingarten und eine subtilere fruchtbetontere Ausbauweise ihrer Weine.

Die Familie Laplace ist hier einer der ältesten Familienbetriebe und maßgeblich an der Wiedererweckung der Appellation seit den 60er Jahren beteiligt. In den letzten Jahren hat man sich von der Extraktion im Keller abgewandt und lieber auf eine Restrukturierung und Verdichtung der Weingärten konzentriert. Der Madiran von Aydie ist eine dunkle Fruchtdroge mit Anklängen an Cassis, Veilchen und Minze. Am Gaumen verpackt die subtile Aromatik mit frischen dunklen Kirschen und Tabak ein kraftvolles Tanningerüst und verleiht dem Wein so eine lebendige fast burgundische Textur. Von den deutschen Kollegen und in der FAZ wird der Wein euphorisch beschrieben, was ich Ihnen nicht vorenthalten will: „Eine LKW­Ladung voll perfekt gereifter roter Beeren, enorm kompakt und betört doch mit kühler Frucht. Unbedingt dekantieren. GANZ GROSS!”

Eine perfekte Ergänzung sind die Weine von Patrick Ducournau (Mouréou und Chapelle Lenclos), einem Verwandten der Familie Laplace, die ich bereits vor 20 Jahren importierte. Heute ist Ducournau einer der gefragtesten Önologen in Südwestfrankreich, um die Distribution seiner Weine kümmert sich allerdings Laplace.

2009 Mouréou

­Madiran 

9,00 €
2009 Château d ́Aydie
­Madiran - Odé d ́Aydie   11,50 €