Bourgogne

Burgund ist zweifellos kompliziert und für die meisten Weininteressierten erst einmal undurchschaubar: eine unübersichtliche Zahl an Weinlagen, Produzenten und Weinstilen, und das alles dicht gedrängt in einer sehr kleinen Region. Zum Glück gibt es hier wenigstens nur zwei Rebsorten, Pinot Noir und Chardonnay. Ich fahre seit mehr als zwanzig Jahren drei- bis viermal im Jahr nach Frankreich um meine Winzer zu besuchen, aber auch um möglichst viele viele andere Weine zu probieren. Nur in Burgund kommt man nie an, da ständig etwas in Bewegung ist. Nicht nur daß man sich hier nicht auf andere Meinungen verlassen kann – wer hat hier noch die Übersicht? - vor allem die Randbedingungen ändern sich ständig. Praktisch muß man sich hier alle paar Jahre neu erfinden und positionieren, und in den letzten Jahre haben sich diese Umwälzungen noch beschleunigt. Kleine und kleinere Mengen, immer mehr weltweites und vor allem finanzkräftiges Interesse, aber auch die klimatischen Bedingungen der letzten Jahre und die in der Breite deutlich gestiegene Qualität ergeben eine unübersichtliche und fast explosive Mischung und Komplexität, die auch in Burgund selbst große Irritationen verursacht.

Die Qualität in Burgund ist jedenfalls auf einem Allzeithoch, und mit dem Auftreten einer neuen Generation von engagierten und qualitätsbewußten Winzern ist jetzt der richtige Zeitpunkt um die feinsten Burgunder aller Zeiten zu entdecken.

Wie schnell sich alles verändert, können Sie an meiner neuen Auswahl sehen. Winzer die ich oft seit langem im Auge hatte und dann ins Sortiment nahm, wurden noch vor einigen Jahren kaum wahrgenommen. Heute sind diese berechtigterweise Superstars und ich bekomme entweder keine oder nicht mehr die Weine die ich gerne hätte, die Preise steigen rapide oder überhaupt gleich ins Unermessliche usw.

Die gute Nachricht ist, es gibt auch noch vernünftige und zuverlässige Winzer in Burgund, die sollte man aber pflegen und sehr genau aussuchen. Ganz deutlich gesagt muß man sich dann aber auch von den großen Lagen in Vosne-Romanée etc. mehr oder weniger verabschieden. Genau das habe ich seit einigen Jahren frei- und unfreiwillig gemacht. Aus ursprünglich eher theoretischem und resignativem Interesse habe ich die letzten beiden Marathons Grands Jours de Bourgogne daher für mich zu einer tour de force gemacht und so viele Weine wie noch nie in so kurzer Zeit probiert. Und es gibt sie tatsächlich dort oder da. Eine wenn auch überschaubare Zahl neuer und auch für mich unbekannter Winzer macht sehr gute und attraktive Weine aus sehr guten Lagen und hat sogar noch Wein zu verkaufen, aber meistens nicht in Chambolle-Musigny sondern vielleicht in Pernand-Vergelesses. Hätte man mich vor einigen Jahren nach Pernand-Vergelesses gefragt, hätte ich wohl etwas von da hinter dem Corton geantwortet, probiert hatte ich aber bis vor kurzem ehrlicherweise nie auch nur einen! Heute sind viele Weine aus Mâcon, Montagny, Santenay oder Marsannay nicht nur Geheimtipps, sondern können sich durchaus mit ihren bekannteren Verwandten aus Puligny-Montrachet, Meursault oder Gevrey-Chambertin messen, allerdings zu deutlich geringeren Preisen.

Domaine Daniel & Julien Barraud                                                 neu

30a BarraudBurghound Allen Meadows:   "I have said this before but I will say it again: no one makes better wine in the Mâconnais than Barraud."

Das ist schon ein apodiktisches Urteil, das nicht mehr viel Raum für weitere Erklärungen lässt. Wenn man jedenfalls die spektakuläre Lage der Weinberge zwischen den Felsen von Solutré und Vergisson zum ersten Mal sieht, ist man schon allein davon beeindruckt. ..

2015 Mâcon Fuissé   %  14,90 €
2014 Mâcon Chaintré   % 13,50 €
2015 Pouilly-Fuissé Alliance % 19,90 €
2014 Pouilly-Fuissé La Verchère 26,00 €
2014 Pouilly-Fuissé Les Crays
  30,00 €

2014 Pouilly-Fuissé

Sur La Roche
  30,00 €

Domaine des Malandes  

30 MalandesAuch nach zehn Jahren in meinem Sortiment und hunderten anderen verkosteten Weinen aus Chablis bin ich noch immer fasziniert von diesem frischen und eleganten Stil. Bis dato ist mir in Chablis erst ein Weingut untergekommen, daß ich als qualitative und stilistische Ergänzung zu Malandes in Betracht gezogen hätte - ein Kompliment an die Domaine, das mir wohl in keiner anderen Weinregion so leicht in den Sinn kommen würde.
Worauf es mir gerade beim Weißwein ankommt, ist Wein als Trinkvergnügen mit eleganter Proportion und Typizität, genau das was den Reiz von diesem Chablis ausmacht. Konsequenterweise kann ich mit den wuchtigen und oft sehr reifen buiskuit-artigen Weinen einiger hoch bewerteter Starwinzer in Chablis nicht wirklich etwas anfangen.
Aus dem Portefeuille von Malandes sind meine Favoriten die 1er Crus Vau de Vey - diese prägnante Kombination aus Eleganz, Mineralität und Rassigkeit ist für mich ein Bilderbuch-Weißwein - und als Gegenpart Fourchaume und Mont de Milieu als kraftvolle mineralische Burgunder. Der Grand Cru Le Clos ist ohnehin Jahr für Jahr eine Klasse für sich, die perfekte Kombination von Mineralität, Kraft und Tiefe dieser großen Lage. Lyne Marchive, die Besitzerin der Domaine des Malandes hat mit ihrem jungen „Régisseur“ und Önologen Guénolé Breteaudeau einen echten Glücksgriff getan. Seine Handschrift ist vor allem in der Präzision des Erntezeitpunkts deutlich erkennbar: eher etwas zu früh als zu spät um Überreife oder gar Botrytisnoten zu vermeiden. Selbst in opulenteren Jahren wie 2006 oder 2009 bestechen die Weine der Domaine des Malandes immer durch ihren klaren und fruchtbetonten Stil, sind nie bombig oder überreif exaltiert. In internationalen Rankings wie z.B. im Decanter zählen die Weine von Malandes regelmäßig zu den besten der Appellation. Allen Meadows bringt es so auf den Punkt: „it’s worth repeating that Marchive and Breteaudeau continue to drive the quality of the Malandes wines to new heights!“

       
2015 Chablis 1er Cru Vau de Vey % 23,00 €
2015 Chablis 1er Cru Fourchaume Vieilles Vignes % 26,00 €
2015 Chablis 1er Cru Mont de Milieu   28,00 €

2014 Chablis Grand Cru

Le Clos   54,00 €

Les Coopeératives en Bourgogne                                                 neu

31 Blasons NEUDie Kooperation der fünf großen Winzergenossenschaften in Burgund hat trotz ihres Names (Coopératives !) nicht lange funktioniert, nicht überraschend wenn man Frankreich kennt. Nichtsdestotrotz bleiben die Weine der Vignerons des Terres Secrètes aus Prissé im Mâconnais - dem Ursprungsgebiet des Chardonnay - und der Vignerons de Buxy aus dem Chalonnais Fixpunkte meiner Burgundauswahl. Ihre „gar nicht kleinen“ weißen Burgunder sind charaktervolle Weine mit Mineralität, Frische und einem Hauch Exotik zu einem verführerischen Preis wie man sie sonst eigentlich nicht findet!

An erster Stelle steht aber sicher die Winzergenossenschaft von Beaune, deren klare qualitative Ausrichtung und das vernünftige Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer Weine schon lange eine loyale Anhängerschaft unter meinen Kunden findet. Vor allem der sehr sorgfältig und lange auf der Hefe ausgebaute Crémant, die burgundische Champagner-Spielart aus Chardonnay und Pinot Noir, ist ein hervorragendes Produkt das den Vergleich mit vielen Champagne nicht zu scheuen braucht. Ich probiere regelmäßig nahezu hundert verschiedene Crémants von mehr als zwanzig Betrieben in Burgund und kann ohne Übertreibung behaupten, dass die Genossenschaft in Beaune kontinuierlich einer der besten Produzenten ist. Neben dem Jahrgangs-Crémant gibt es hier einen extrafrischen Blanc de Blancs, der in französischen Vergleichsverkostungen regelmäßig für Furore sorgt. Der durch einen markanten Pinot Noir-Anteil etwas komplexere und weinigere Jahrgangs-Crémant ist aktuell noch als Jahrgang 2011 lieferbar. Die aktuellen Chargen sind wie gewohnt von einer eleganten und feinperligen Textur und in einem frischen mineralisch betonten Stil ganz trocken ausgebaut.

Von den sich verändernden Rahmenbedingungen in Burgund und vor allem der international boomenden Nachfrage nach Crémant - und zwar vor allem dem aus Burgund – bleiben aber auch die Cave des Hautes-Côtes nicht verschont. Bedingt durch die geringen Ernten der letzten Jahre gibt es aktuell nicht nur leichte Preiserhöhungen sondern regelmäßig auch Lieferschwierigkeiten. Mittlerweile werden die Crémants aus Beaune im Export überhaupt nur mehr an alte langjährige Kunden verkauft.

Die Vignerons des Terres Secrètes aus dem südlichsten Teil Burgunds, dem Mâconnais, liefern seit Jahren zuverlässige, qualitativ hochstehende und stilistisch eigenständige Weißweine: kernig-kraftvoll und ohne Wucht und hohen Alkohol aber doch mit einem Hauch Exotik. Deutlich „burgundischer“ sind die Chardonnays der Côte Chalonnaise, die nicht nur geografisch, sondern auch stilistisch und qualitativ nicht weit von Chassagne-Montrachet entfernt sind, das allerdings zu einem Drittel des Preises! Die Weine der Vignerons de Buxy aus Montagny sind etwas kerniger mit einem leichten Touch Holz ausgebaut, zeigen neben deutlichen Biskuitnoten aber jene feine mineralische Textur, die es so nur in Burgund gibt.

Vignerons Associés - Cave des Hautes-Côtes
de Chastenay     
  NV  Crémant de Bourgogne Blanc de Blancs %  14,90 €
  NV  Crémant de Bourgogne Rosé % 14,90 €
2011 Crémant de Bourgogne Blanc de Blancs %  15,90 €
       
Vignerons de Terres Secrétes Mâconnais    
2013 Mâcon Milly-Lamartine blanc 10,50 €
2013 Saint-Véran blanc %  10,80 €
2014 Saint-Véran blanc   Croix de Montceau %  13,20 €
       
Vignerons de Buxy Côte Chalonnaise    
2015 Mâcon Villages blanc %  9,00 €
         Mâcon Villages Clos de Mont-Rachet    
2013 Montagny blanc   10,80 €
2015 Montagny 1er Cru blanc   Les Chaniots %  14,40 €
2014 Montagny 1er Cru blanc   Les Chaniots % 14,40 €
2014 Montagny 1er Cru blanc   Les Coeres
% 14,40 €

Jean­-Louis Chavy                                               neu

 32 ChavyPuligny-­Montrachet zu entdecken ist nun wirklich keine Neuigkeit, sehr gute und noch dazu preislich vernünftige Winzer ausfindig zu machen, allerdings schon. Jean­-Louis Chavy stammt aus einer seit über 200 Jahre in Puligny ansässigen Winzerfamilie, die bis vor wenigen Jahren ihre Weine ausschließlich an den Großhandel verkaufte. Nach einigen Jahren gemeinsam mit seinem Bruder hat Jean­-Louis Chavy seinen Erbteil an den Weingärten 2003 in eine eigene Domaine übernommen und pflegt einen konsequent puristischen und eleganten Stil ohne zu deutliche Holznoten.
Mir waren seine Weine nur als Geheimtipp aus den Preislisten einiger sehr renommierter englischer Weinhändler und Burgund­Spezialisten bekannt. Die ersten Verkostungseindrücke seiner eleganten 2006er und die für Puligny­-Montrachet wohlfeilen Preise haben mich aber keine Sekunde zögern lassen, wieder ins "große" Weißweinfach einzusteigen. Mittlerweile wird der delikate mineralische Stil von Jean-Louis Chavy aber auch von der Fachpresse mit Spitzenbewertungen z.B. im führenden englischen Weinmagazin Decanter oder von Neil Martin enthusiastisch gewürdigt. Meine Zuteilungen sinken etwas, die Preise steigen leicht, dennoch sind die Weine von Chavy noch immer günstig!

2014 Bourgogne blanc %  14,50 €
2012 Bourgogne blanc  % 13,50 €
2014 Puligny­-Montrachet Les Charmes   33,00 €
2014 Puligny­-Montrachet 1er Cru Les Champs­-Gains   ausverkauft
2014 Puligny­-Montrachet 1er Cru Les Folatières   54,00 €

Yves Boyer­-Martenot

33 Boyer MartenotIn den 90er­Jahren hatte Yves Boyer zu einem wahren Höhenflug angesetzt. Seine mineralischen und subtilen Weine brauchten in Meursault keinen Vergleich mit Legenden wie Coche­-Dury oder Comtes Lafon zu scheuen. Für mich ist dies ein Idealtypus von Weißwein: konzentriert aber weder wuchtig noch überreif, mit einer feinen mineralischen Säure, einer klaren frischen Frucht und für Burgund ein Hauch spürbares neues Holz.
Die seit dem Ende der 90er Jahre grassierenden Probleme mit der frühzeitigen Oxidation weißer Burgunder (und wenn man genauer hinschaut vieler Weißweine einschließlich aus Österreich) haben mich aber vorsichtig gemacht, weiterhin Weine zu kaufen und zu verkaufen, deren Lager­ und Entwicklungsfähigkeit nicht zuverlässig beantwortet werden kann. Probiert man z.B. die älteren Weine von Boyer­-Martenot ist man allerdings von der Lebendigkeit und gleichzeitig schönen Reife und Entwicklungsfähigkeit weißer Burgunder begeistert.

1996 Meursault Les Tillets   36,00 €
1999 Meursault Narvaux   36,00 €
1997 Meursault Narvaux   39,00 €
1997 Meursault L'Ormeau   36,00 €
1996 Meursault L'Ormeau   36,00 €

Denis Père et Fils

37 b DenisEs wäre übertrieben, wenn ich behaupten würde, einen Winzer aus Pernand­-Vergelesses gesucht zu haben. Aber diese Domaine ist bei den Grands Jours de Bourgogne-Verkostungen durch ihr interessantes Spektrum an Weinen und Lagen nicht nur mir aufgefallen. Neben einem herrlichen Crémant gibt es vom Bourgogne bis zu Grand Crus vom Corton eine umfangreiche Bandbreite an Rot­- und Weißweinen aus den umliegenden Terroirs von Pernand­-Vergelesses, Savigny­-les­-Beaune, Aloxe­-Corton und Chorey­-les­-Beaune.
Herausragend waren für mich aber eindeutig die Rotweine aus bzw. dem Hinterland von Pernand­-Vergelesses. Das sind klar proportionierte Weine mit einer saftigen reifen Kirschfrucht, kerniger fast mineralischer Struktur, eleganten Tanninen und einem verführerischen Trinkfluss; vom Bourgogne bis zur besten 1er Cru-­Lage in Pernand­-Vergelesses Burgunder im besten Sinne.

2014 Pernand­-Vergelesses blanc   24,00 €
2014 Pernand­-Vergelesses 1er Cru blanc      Sous Frétille   33,00 €
2013 Bourgogne rouge % 13,50 €
2013 Bourgogne Hautes Côtes de Beaune rouge % 15,00 €
2013 Pernand­-Vergelesses rouge %  21,00 €
2013 Pernand­-Vergelesses 1er Cru Ile de Vergelesses   33,00 €
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Francois Gay                                                  NEU

37 a Gay NEUeine Zufallsentdeckung der letzten Grands Jours de Bourgogne, mehr von diesem Produzenten vielleicht demnächst

2012 Chorey-les-Beaune
    24,00 €

Albert Morot                                                 NEU

34 Albert MorotDiese Domaine ist aus gutem Grund seit über zwanzig Jahren in meinem Programm. Geoffroy Choppin de Janvry hat das Weingut im Jahr 2000 von seiner Tante übernommen und die Weine sind seither noch sorgfältiger und delikater geworden. Die Trauben werden jetzt für einen fruchtbetonteren Stil etwas später und reifer gelesen, der Einsatz von neuem Holz beschränkt sich auf ein Minimum um die Klarheit der Pinot­-Aromen nicht durch das Holz zu prägen.
Hier wurde ohne daß es groß sichtbar wurde in kleinen Schritten alles umgekrempelt und präzisiert. Mit dem Jahrgang 2009 ist die organische Bewirtschaftung der Domaine zertifiziert. Besonders bemerkenswert ist aber, daß die nach Ansicht vieler Weinkritiker seit vielen Jahren qualitativ führende Domaine in Beaune auch eine Preispolitik mit Seltenheitswert hat. Die Preise schwanken seit vielen Jahren in einem engen Bereich und bieten ein nicht nur für Burgund exzellentes Preis­-Leistungs­-Verhältnis.

2014 Beaune 1er Cru Les Bressandes   39,00 €
2014 Beaune 1er Cru Les Teurons   39,00 €
2013 Beaune 1er Cru Les Bressandes   39,00 €
2013 Beaune 1er Cru Les Teurons   39,00 €
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Camille Giroud                                                 NEU

35 Camille GiroudDieser für burgundische Verhältnisse kleine Negociant­-Betrieb zählt zu den besten und interessantesten Erzeugern, die ich in den letzten Jahren kennenlernte. 1865 gegründet war dieses Haus fast 140 Jahre lang eine Bastion der Traditionalität schlechthin: konzentrierte Burgunder, die Jahre und oft Jahrzehnte der Reife benötigten und von ihren Besitzern oft auch erst dann verkauft wurden. Allerdings wollten die Banken diese Geschäftspraktik der Brüder Giroud nicht länger finanzieren und drängten auf einen Stilwandel und rascheren Umschlag der Weine.
Statt sich dem Diktat der Banken und des Weinmarktes zu unterwerfen, verkauften diese lieber an eine Gruppe amerikanischer Investoren unter der Führung der kalifornischen Kult­-Winzerin Ann Colgin. Der Zufluss von frischem Kapital wurde genützt die Arbeitsabläufe und die traditionelle Vinifikation zu verbessern. Nicht nur Edelstahl sondern hölzerne Gärbottiche schaffte man wieder an, man renovierte die uralte Baumpresse, verkürzte den Fassausbau von drei Jahren auf die üblichen 18+ Monate und kauft nunmehr ausschließlich Trauben zur eigenen Vinifikation zu. Nach wie vor wird hier wenig neues Holz (vorwiegend gebrauchte Barriques) verwendet, die Weine sind aber seit 2002 deutlich fruchtbetonter und früher zugänglich als die Jahrgänge davor. Mit wem immer man heute in Burgund spricht, die Weine von Camille Giroud und des jungen Kellermeister David Croix werden in den höchsten Tönen gelobt. Von den widrigen Umständen der letzten Jahre sind natürlich Betriebe die primär zukaufen müssen besonders betroffen. In Spitzenlagen der Côte de Nuits wird es immer schwieriger und teurer richtig gute Qualität zu finden. Zum Glück hat David Croix die „kleineren“ Lagen wie Ladoix oder Maranges immer besonders gepflegt und hier liegt eindeutig die Stärke dieses Hauses. Meine Zuteilungen sind verglichen mit den vergangenen Jahren aktuell etwas reduziert, die Qualität ist aber durchgehend beeindruckend. Bereits mein „Hauswein“, der einfache Bourgogne rouge wird von Allen Meadows jedes Jahr fast überschwänglich gelobt: „it’s relatively rare to find examples of the genre that deliver this level of quality“.

2014 Bourgogne rouge % 16,90 €
2014 Ladoix Les Chaillots % 22,00 €
2014 Marsannay Les Longeroies %  26,50 €
2014 Santenay 1er Cru Clos Rousseau   33,00 €
2014 Maranges 1er Cru Le Croix Moines   29,00 €
2014 Corton Grand Cru Clos du Roi   85,00 €
2014 Clos Vougeot Grand Cru     145,00 €
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Maison Roche de Bellene ­ - Nicolas Potel

36 Roche de BelleneIch habe die Karriere von Nicolas Potel fast von Anbeginn begleitet und seinen präzisen und unprätentiösen Stil immer sehr geschätzt. Nach seinem erzwungenen Ausscheiden aus dem von ihm gegründeten und seinen Name tragenden Unternehmen hat er in Beaune einen spektakulären Neustart gewagt. Mit dem Maison Roche de Bellene als Negociant und der eigenen organisch bewirtschafteten Domaine de Bellene mit 20ha Eigenbesitz hat Nicolas Potel nicht nur die meisten Verträge für die Zukäufe... sondern auch einige Weingärten in die eigene Domaine übernommen. Das Portfeuille ist vorwiegend auf alte Rebanlagen mit hochwertigen Klonen angelegt und bietet nach wie vor eine umfassende Palette aller wichtigen Lagen Burgunds, wenn auch wie gehabt meist in homöopathischen Mengen.
In Zukunft wird der gesamte Betrieb nach biodynamischen Methoden geführt (gegenwärtig in Konversion und ab 2009 zertifiziert). Diesen Ansprüchen werden nicht nur die eigenen Weinen sondern auch die zugekauften Lagen unterworfen. Stilistisch bedeutet das die Fortsetzung und Weiterentwicklung der auch in der Vergangenheit bereits puristischen Vinifikation. Die Zurückhaltung kellertechnischer Interventionen bedeutet u.a., daß hier auch in Zukunft dem Terroir, d.h. dem jeweiligen spezifischen Ausdruck ­ was immer das bedeutet oder wie das schmecken kann ­ absoluter Vorrang eingeräumt wird. Auf den ersten Blick klingt das bekannt, die größten Unterschiede kann man aber schon erahnen, wenn man die ersten Weine probiert. Sie sind nämlich durch die Bank unbehandelt, d.h. nicht geschönt, filtriert und vor allem auch nicht aufgebessert. Obwohl die Alkoholgrade sich durchschnittlich bei für Burgund bescheidenen 12% bewegen, sind die Weine unglaublich dicht und kraftvoll. Mir fallen in diesem Zusammenhang eigentlich nur die "Weine" von Cédric Bouchard ein, dessen Verzicht auf jede Dosage keinen sauren Extra Brut hervorbringt, sondern "Weine" mit einer in der Champagne unbekannten Mineralität und Frucht.
Noch schlimmer als bei Camille Giroud hat es mich in den letzten Jahren bei Potel erwischt. Von den sieben bis zehn Weinen, die ich üblicherweise hier kaufe, war 2013 nur wenige Stunden nach dem Versand der Preisliste nur mehr ein einziger lieferbar! Zum Glück konnte ich aber noch eine respektable und ­ verglichen mit den aktuellen und zukünftigen Preisen ­ günstige Charge einiger noch verfügbarer 2010er kaufen.

2010 Santenay Vieilles Vignes   24,00 €
2010 Savigny­-les­-Beaune Vieilles Vignes   24,00 €
2010 Savigny­-les­-Beaune 1er Cru Aux Clous   27,50 €
2010 Beaune 1er Cru Les Perrieres   39,00 €
2010 Beaune 1er Cru Grèves   45,00 €
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Robert Chevillon

2005 Nuits­-St.­-Georges 1er Cru Les St.­-Georges   120,00 €
2004 Nuits­-St.­-Georges 1er Cru Les St.­-Georges   55,00 €
2005 Nuits­-St.­-Georges 1er Cru
Les Vaucrains   120,00 €

Régis Forey                                               NEU

38 ForeyDie Weine von Régis Forey zählen zu den letzten wirklichen Geheimtipps in Burgund, phantastische alte Weingärten in Spitzenlagen der Côte de Nuits und „noch günstig“. Früher war der Stil des Hauses eher straff und von einer gewissen bäuerlichen Rustikalität.
Selbst einfache Villages­-Lagen waren auf eine langsame Entwicklung angelegt und brauchten oft zehn Jahre. Seit 2008 hat sich sein Stil deutlich verfeinert, aber nichts an Kraft eingebüßt. Der Nachteil ist, daß Forey plötzlich aus der ganzen Welt bestürmt wird und ich von Jahr zu Jahr weniger bekomme.

2014 Bourgogne rouge 15,00 €
2014 Morey­-Saint­-Denis     33,00 €
2014 Nuits­-St.­-Georges 1er Cru Les Perrières   55,00 €
2014 Nuits­-St.­-Georges 1er Cru Les Saint­-Georges   69,00 €
2014 Echezeaux Grand Cru     105,00 €
2014 Clos Vougeot Grand Cru     108,00 €
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Hudelot­-Noellat

39 Hudelot NoellatEine der renommiertesten Domainen der Côte de Nuits mit beeindruckenden Lagen in Vougeot und Vosne­-Romanée die ich (wie einige andere auch) viele Jahre mit Interesse verfolgt habe. Aber erst mit einer neuen Generation bot sich mit viel Geduld und schier endlosem Warten erstmals die Möglichkeit hier einen Fuß in die Kellertür zu bekommen. So beeindruckend die Lagen dieser Domaine sind, mit einer Ausnahme gibt es von allen Crus jeweils deutlich weniger als ein ha!
Stilistisch waren die Weine von Alain Hudelot­-Noellat sehr aromatisch und opulent, benötigten aber in der Vergangenheit oft viele Jahre Lagerung um ihre wahre Tiefe und Eleganz zu offenbaren. Seit die Domaine 2008 von seinem Enkelsohn Charles van Canneyt übernommen wurde, weht aber ein neuer Wind. Die aktuellen Weine sind bereits in der Jugend deutlich eleganter und finessenreicher, ohne allerdings Struktur und Kraft zu vermissen. Allen Meadows drückt es noch etwas reserviert so aus: „It’s clear that he has a sensitive touch as the Hudelot wines only seem to be going from one success to another. His now in­bottle 2009s are terrific and this set of 2010s is arguably even better when considered across the entire group. This is a domaine that is on the rise and could potentially hit superstar status as it certainly has the vineyards to enable it to do so.”

2010 Vosne­-Romanée     48,00 €
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Jean Grivot

2003 Vosne­-Romanée     42,00 €
2002 Vosne­-Romanée     45,00 €
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Anne Gros

40 Anne GrosClive Coates: "...a tiny domaine: but it is one of the best in Burgundy. Splendid quality."

 
2008 Hautes Côtes de Nuits blanc Cuvée Marine   21,00 €
2007 Hautes Côtes de Nuits blanc Cuvée Marine   21,00 €
2008 Clos Vougeot 1er Cru Le Grand Maupertui   175,00 €
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Gérard Seguin                                            NEU

41 SeguinGevrey­-Chambertin ist nicht nur eine der größten und bedeutendsten Appellationen an der Côte de Nuits, hier ist auch die Fläche an Grand Cru­ und 1er Cru­-Lagen von ca. 93 ha. bzw. 80ha. außergewöhnlich hoch. Noch vor nicht allzu langer Zeit war es nicht ungewöhnlich, daß Winzer mit einer stattlichen Anzahl renommierter Lagen einfach keinen (guten) Wein machten bzw. das gar nicht konnten. Umgekehrt war das die Chance vieler Negociants, durch Pacht oder zugekaufte Trauben Weine aus Weltklasselagen zu machen. Fast jeder Negociant hatte früher mehrere Grand Crus aus Gevrey-­Chambertin im Programm und oft waren das einige der besten Weine der Appellation. Das ändert sich in den letzten Jahren spürbar.
Einerseits steigen die Preise für Traubenkontrakte aus erstklassigen Lagen extrem, andererseits verfügt eine neue Generation von Winzern nicht nur über das Know­-how und die Ambition um bessere Weine zu machen, sondern versteht sich auch nicht mehr als Trauben­- oder Faßweinlieferant. Jedes Jahr wird daher die Liste der interessanten Winzer in Gevrey­Chambertin länger und die Auswahl größer. Auch wenn meistens die Mengen eher beschränkt und praktisch immer ausverkauft sind, so gibt es hier doch noch einiges zu entdecken.
Gérard Seguin ist so eine kleine noch relativ unbekannte Domaine mit 6 ha, davon 3,3 ha Gevrey-­Chambertin, die ich schon länger beobachte. Die eher traditionelle Vinifikation birgt keine großen Geheimnisse, es sind die alten Rebanlagen die hier die große Rolle spielen. In den letzten Jahren hat sich der Stil deutlich verfeinert und jetzt war für mich der Zeitpunkt gekommen, nicht nur zu beobachten, sondern auszuwählen und zu handeln.

2014 Gevrey­-Chambertin Les Crais   29,00 €
2014 Gevrey­-Chambertin Vieilles Vignes   36,00 €
2014 Chambolle­-Musigny Derrière le Four   36,00 €
2014 Gevrey­-Chambertin 1er Cru Craipillot   45,00 €
2014 Gevrey­-Chambertin 1er Cru Lavaut St.­-Jacques
  49,00 €
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Michel & Sylvie Esmonin

1999 Volnay­-Santenots 1er Cru     54,00 €
1999 Gevrey­-Chambertin     29,50 €
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