Über uns

Als ich im Jahre 1989 die damals etwas unausgegorene Idee hatte, irgendetwas mit Wein zu machen, war das nicht nur in Österreich noch nahezu unbekannt, sich ernsthaft damit zu beschäftigen und seriös mit Wein zu handeln. Die Branche wurde von einigen großen und renommierten Händlern und Gastrolieferanten dominiert, ein spezialisiertes und individuelles Angebot wie es heute selbstverständlich ist, hatte sich noch nicht entwickelt. Das eigentliche Ferment einer entstehenden Weinszene waren aber nicht die Weinproduzenten oder der Handel, sondern die in den 80er Jahren überall entstehende Weinpublizistik. Die bekanntesten darunter wie Robert Parker, Decanter oder in Österreich das Falstaff ­Magazin sind auch heute noch tonangebend. Informationen waren aber dennoch spärlich, umständlich zu erhalten und oft intransparent, das Internet war noch einige Jahre entfernt. In Österreich war als (noch) Nicht-EG­-Mitglied der abgeschottete Markt zudem eine besondere Hürde, die ich unter diesen Umständen sowohl als interessierter Konsument als auch als angehender Weinhändler als besondere Herausforderung empfand.

Oberste Priorität hatte für mich daher von Anfang an, meine Weine selbst auszusuchen und zu importieren. Mit meinen ersten Listen bestehend weitgehend aus Bordeaux und einigen der damals und heute besten österreichischen Produzenten war mir aber bald klar, das kann jeder kaufen. Andererseits müsste es in Frankreich außer Bordeaux aber auch noch was anderes geben.

Die ersten längeren Weinreisen nach Frankreich waren daher noch echte Abenteuer in oft unkartierte Regionen, ohne Plan oder Termine, mit Sprachbarrieren aber der grandiosen Erkenntnis, fast ganz Frankreich steht noch zur Auswahl. Als die ersten Weine aus dem Rhônetal, Burgund, Loire, Cahors oder Roussillon (1990!) kamen, waren die Weichen gestellt: in Frankreich gab es so viele und so unterschiedliche Weine zu entdecken, dass ich damit ausgelastet sein würde. Das hat sich bis heute nicht geändert und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass in Frankreich nicht nur viele der besten Weine ­ ob weiß, rot, sprudelnd, süß oder ... ­ der Welt entstehen, sondern dass die Vielfalt und auch das vernünftige Preis-­Leistungsverhältnis der meisten Weine international ohne Beispiel ist.

Seit 25 Jahren fahre ich daher mindestens drei bis viermal jährlich nach Frankreich, besuche meine Winzer, verkoste aber vor allem eine Vielzahl anderer Weine und Produzenten um mich beständig zu orientieren. Einige meiner ersten Winzer aus der Anfangszeit sind noch immer und kontinuierlich in meinem Sortiment, andere kommen und gehen, einige werden schlicht und einfach zu teuer, andere zu banal. Aber immer wenn ich denke das war es jetzt, meine noch immer unbändige Neugierde kommt an kein Ende und so erweitert sich meine Liste fast jedes Jahr um ein paar neue Winzer.

Lassen Sie sich also verführen.

Franz Quendler